Omega Seamaster Spectre von VS Factory

Heute möchte ich euch die aktuelle Omega Spectre Replika von VS vorstellen. Sie ist schon einige Monate auf dem Markt, aber das verbaute Clonewerk hält im Moment Einzug in diverse Omega Replikas. Also lasst uns doch mal einen Blick darauf werfen.

Omega und 007

Die Firma Omega sitzt ja mittlerweile recht fest im Sattel bei den Bond Filmen. Natürlich kostet sie das auch eine ganze Stange Geld, aber der Werbeeffekt für Omega ist immens dadurch.
Man hat James Bond ja schon mit einigen Uhren gesehen. Besonders bekannt unter Sammlern ist auch die Bond Rolex und ich habe jetzt zuletzt einen Film gesehen, da trug er eine Seiko Sports 100 mit intergriertem Ortungssystem für einen Peilsender.

Insgesamt wird in den Filmen aber darauf geachtet wirklich hochwertige Sachen zu verwenden, egal ob Uhren, Autos oder andere Accessoires. Und da will ich mich auch mal outen. Ich bin mit James Bond aufgewachsen (bin ja schon alt), ich will den Kram auch: die Autos, die Uhren, die Frauen ;-), den Rest kann er behalten.
Da es so einige Bond-Fans gibt und sich nicht jeder die tollen Sachen leisten kann, gibt es natürlich auch, gerade von den ganzen Uhren, Replikas. Denn die Fangemeinde ist groß und es gibt auch viele Sammler rund um die Filme.

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Die Omega Spectre ist entstanden aus der Seamaster 300, die 1957 zum ersten Mal erschien. Sie hat in den Jahren Ihr Aussehen immer leicht angepasst, wie die folgenden Bilder zeigen:

Seamaster 300 1957

Seamaster 300 1957

Seamaster 300 1968

Seamaster 300 1968

Seamaster 300 2014

Seamaster 300 2014

Seamaster Spectre

Seamaster Spectre

Aber kommen wir jetzt mal zur Replika und Ihrer augenscheinlichen Besonderheit, dem Werk!

Bisher gab es die Spectre von der OM Factory , oder der V6 Factory, allerdings entweder mit einem Miyota 8215 oder einem AETA 2824. Diese Werke waren dann entsprechend dekoriert, so daß sie den äußeren Anschein eines Co-Axialen Werkes hatten. Einer der Knackpunkte an dem man die Rep erkennen konnte, waren zum einen die Farbe der Unruhe und zum anderen deren Position! Gerade an diesen beiden Merkmalen konnte man die Replika sofort identifizieren.

Dies war einer der ausschlaggebenden Gründe warum dieses Clonewerk entstanden ist. Nun sitzt die Unruhe an der richtigen Position und hat nun auch die originale Farbe. Und die Farbe (schwarz) hat auch Ihren Grund, denn die Feder der Unruhe ist aus Silizium gefertigt.

Ein weiterer Punkt für das neue Werk sind die Dekrationen. Bei den anderen beiden Vorgängern waren die Dekorationen teilweise aufgeklebt, oder auch aufgeschraubt wie Kappen. Dies hat natürlich neue Fehlerquellen erzeugt, denn diese Dekorationen können sich lösen und ins Werk geraten. Wem das passiert, viel Spaß.

Beim neuen Werk sind die Dekorationen wirklich vorhanden und nicht nur einfache Deckplatten. Die gesamte Verarbeitung sieht einfach viel wertiger aus.

Omega-Clonewerk-1
Omega-Clonewerk-2
Omega-Clonewerk-3
Omega-Clonewerk-4

Aber kommen wir jetzt mal zu den Sachen, die bei dem Werk nicht stimmen. Denn von einem wirklich richtigen Clonewerk kann man leider nicht sprechen, dazu fehlt ein ganz wichtiger Teil im Werk und das ist die Co-Axiale Hemmung! Aber was ist das eigentlich?

Die Co-Axiale Hemmung

Der englische Uhrmacher George Daniels entwickelte in den 1970er Jahren die sogenannte Co-Axial-Hemmung, die ihren Namen durch zwei auf einer Welle übereinander angeordnete Gangräder erhielt. Das Ziel ist, die Vorteile der Ankerhemmung – sicherer Selbstanlauf, erschütterungssicher und keine Gefahr von Doppelauslösungen – mit denen der Chronometerhemmung – reibungsarmer Antrieb und weitgehende Unabhängigkeit von Schmierung – zu verbinden. Das Ergebnis ist eine Hemmung mit vier Paletten, von denen zwei an einem Anker Ruhepaletten sind. Die anderen sind Impulspaletten, von denen eine am Anker und die andere an der Unruh sitzt. Der Impuls wird nicht wie bei der Ankerhemmung über eine schräge Ebene, sondern reibungsarm, wie bei der Chronometerhemmung erteilt.

Auf der Basis eines qualitativ hochwertigen Gangmodells wurden Vor- und Nachteile erörtert. Die wesentlich geringere, jedoch nicht absolute Unabhängigkeit von der Schmierung wird durch Wirkungsgradverluste erkauft, denn die komplizierte Funktion bedingt mehr toten Weg des Ankerrades. Da dies nur acht Zähne haben kann, ist ein weiteres Rad im Getriebe erforderlich. Ähnlich der Chronometerhemmung besteht die Gefahr von Zerstörungen bei unbedachter Demontage. Die Firma Omega begann 1999 mit der Herstellung von Armbanduhren nach diesem System.

Fred the OysteriThe source code of this  SVG is valid.This  vector image was created with Adobe Illustrator. [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Fred the OysteriThe source code of this SVG is valid.This vector image was created with Adobe Illustrator. [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Quelle: Wikipedia

Durch die Werbung meinen ja viele, dass die Co-Axiale Hemmung eine Erfindung von Omega ist, aber dem ist nicht so! Auch wird sie von anderen Herstellern nicht verwendet, weil eben ein Bauteil mehr verbaut ist, ein zusätzliches Rad. Sie könnten schon, wenn sie wollten, denn das Patent darauf ist schon seit einiger Zeit ausgelaufen. Aber im Allgemeinen ist man auch in der Uhrenindustrie einig, so wenig Komponenten wie möglich zu verwenden, denn jede Komponente mehr ist auch eine Fehlerquelle mehr.

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In diesem Werk ist also anstelle der Co-Axialen eine ganz normale Hemmung verbaut. Dies ist ein wirklich augenscheinlicher Unterschied! Der zweite Unzterschied zum originalen Werk ist die Frequenz der Unruhe. Im Clonewerk wird mit einer Frequenz von 28.800 Halschwingungen, also 4 Hz, gearbeitet. Dies entspricht aber nicht dem Original, das mit 3,5 Hz, also 25.200 A/h schwingt. Natürlich kann man das so nicht sehen (außer ihr seit Cyborgs und könnt mitzählen 😉 ) , aber auf der Zeitwaage sieht man das sofort.

Allerdings kann man insgesamt sagen, dass die Optik dem originalen Werk wirklich sehr nahe kommt!

Dial, Hands & Lünette

Hier kann man gar nichts beanstanden. Alles hat originale Abmessungen, der Druck auf dem Zifferblatt stimmt und auch die Größe der Zeiger entspricht dem Original. Hier kann man bei den günstigen Versionen schnell mal an Happy Feets oder zu kurze Zeiger geraten. Ich hab auch schon mal eine günstige Spectre mit den Zeigern der Saemaster 300 von 2014 gesehen 😉 also Augen auf bem Uhrenkauf!

Einzig die Haptik beim drehen der Lünette ist nicht so satt wie bei der Gen. Aber das bekommen die Firmen ja oft nicht hin. Es ist alles wertig verarbeitet, aber das Drehgefühl ist ein bißchen wie gewollt und nicht gekonnt. Hier könnte man wirklich nochmal was verbessern.

Natürlich handelt es sich hier auch um ein Sandwichdial mit tiefergelegten Indizes. Und auch das Lumen kann sich sehen lassen ;-).

Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre

Gehäuse, Armband, Schließe

Auch in Bezug auf das Armband und das Gehäuse spielt hier alles auf einem sehr hohen Niveau. Die Abmessungen passen und auch die Schrägen an den Hörnern sind sauber gearbeitet. Das Armband trägt sich sehr angenehm und ist an den Kanten sauber abgerundet. Was ich besonders toll am Omegaband finde, sind die halben Bandglieder und die geschraubten Endlinks! Durch die halben Bandglieder kann man das Band von der Länge her viel feiner einstellen. Dazu ist in der SChließe eine Taucherverlängerung verbaut, die auch feinere Arretierschritte zulässt wie die Rolexbänder. Hier könnten sich andere eine Scheibe von abschneiden.
Auch die verschraubten Endlinks sind dahingehend gut, dass man sich von einem unserer Strapmaker auch ein richtig schönes Leder an die Endlinks klöppeln lassen kann.

Allerdings gibt es auch hier 2 Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Die Endlinks sind einen Touch zu lang!!! Sie stehen minimal über die Hörner hinaus und das darf nicht sein. Aber da man die Endlinks abnehmen kann, lässt sich das mit einem bißchen “Feinarbeit” ganz gut beheben. Ist allerdings ein Manko, der in der Produktion hätte auffallen müssen.

Die andere Kleinigkeit ist die Gravur auf der Schließe. Neben dem 007 ist eine stilisierte Pistole zu sehen. Die ist bei der Gen einfach besser gearbeitet und zu erkennen. Aber wie gesagt, dass sind Kleinigkeiten auf sehr hohem Niveau, da es kaum Menschen gibt, die diese Uhr in Echt in den Händen gehalten haben, oder gar besitzen.

Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre
Omega Seamaster Spectre

Fazit

Bis auf ein paar Kleinigkeiten habt Ihr es hier wirklich mit einer sehr guten Replika zu tun. Für mich persönlich ist es aktuell die beste Replika der Omega Seamaster Spectre! Ich habe die Uhr ja nun schon ein paar Monate hier und bin auch mit der Ganggenauigkeit und auch der Gangreserve extrem zufrieden. Dazu ist das Werk auch sehr leise. Die 2 oder 3 kleinen Mankos kann man bearbeiten, oder auch ganz einfach damit leben, denn das ist Gemeckere auf sehr hohem Niveau. Ich kann für diese Uhr nur eine ganz klare Kaufempfehlung geben. Und jetzt noch ein paar Bilder (© trusty) ;-).