Battle for the best Submariner: ARF vs Noob V9

Nichts wird so häufig gefragt, wie „wer baut die beste Submariner?“. Ich hatte die Gelegenheit, beide abwechselnd tragen zu dürfen und kann euch diese Frage vielleicht beantworten.

2018 hat viele Submariners gesehen, sei es von GMF, VRF, DJF, ARF oder Noob. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, der Konsens liegt jedoch dabei, dass Noob und ARF die derzeit besten bauen.

Gehäuse, Krone und Armband

Beide Uhren sind aus 904 Edelstahl gefertigt. Ich persönlich kann keinerlei optischen Unterschied zwischen meinem 316l VRF Sub Armband und den beiden 904 Bändern erkennen. Von der Haptik gefällt mir das ARF Band etwas besser als das Noob. Das Noob klappert etwas, dies ließe sich zwar durch den Babyöl-Trick mindern (das Armband über Nacht oder gleich 24 Stunden in Babyöl baden – danach mit Spüli waschen).

Die Schließe der ARF gefällt mir von der Haptik und äußerlichen Optik mehr. Die Glidelock-Funktion bewegt sich reibungsloser in der ARF und die Ecken und Kanten der Schließe sind besser abgerundet, als bei der Noob. Bei der Noob wirkt die Schließe etwas scharfkantig. Einzig bei der Gravur hat Noob die Nase vorne, sie ist schön tief und sauber verarbeitet, wohingegen bei der ARF die Gravur nur oberflächlich wirkt.

Am Gehäuse ist der Bandanstoß der ARF besser, als der von der Noob. Die Endstücke sollten leicht tiefer sitzen.

Die Gehäuseform der Noob gefällt mir etwas besser, sowohl die Form der Hörner wie auch die des Kronenschutzes. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Noob das Sa3135 verbaut hat, was zu einer korrekteren Kronenposition führt.

Lünette, Glas und Rehautgravur

Die Lünette ist bei beiden sehr gut verarbeitet, die Einlage hingegen zeigt deutliche Unterschiede auf. Die Noob hat zwar eine saubere, konstante Gravur der Zahlen, leider haben diese aber nicht die korrekte „Platinfarbe“.

Bei der ARF hingegen ist die Farbe zwar korrekt, leider ist aber immer wieder eine Unregelmäßigkeit in der Gravur zu erkennen. Einige Zahlen sind etwas zu nah am inneren Rand der Einlage, das Dreieck mit der Perle ist ebenfalls zu breit geraten.

Wo jedoch die Noob deutlich besser ist: das Klicken von der Lünette. Die ARF lässt sich zu leicht drehen und hört sich dabei nicht so wertig an, wie die Noob.

Das Glas bei der ARF ist um Welten besser, als bei der Noob. Die Lupe hat eine super AR-Beschichtung, sie ist sehr klar und hat sogar einen guten Black Hole Effekt. Zwar kommt das Glas immer noch nicht an ein gen Glas ran, die Preise unterscheiden sich aber auch deutlich ;-). Das Noob Glas ist so gesehen ziemlich schlecht, die Lupe ist nicht richtig entspiegelt, somit entsteht auch kein richtiger Black Hole Effekt. Der Tausch zu einem besseren Glas ist in meinen Augen unumgänglich bei der Noob.

Die Rehautgravur ist bei beiden Uhren gut. Noob ist doppelt graviert, was heutzutage leider nicht mehr korrekt ist. Die neuen Submariners werden nur mit der einfachen Gravur ausgeliefert (warum auch immer – Rolex will auch seinen Profit maximieren).

Zifferblatt, Zeiger und Datumsscheibe

Beide Zifferblätter sind gut, keine Frage, jedoch gefällt mir hier das Noob Blatt mehr – aufgrund der Form der Krone über Rolex sowie die Reflexion der Indizes.

Die Zeiger der ARF hingegen sind wiederum besser geworden, als bei der Noob und haben endlich einen guten 3D-Effekt. Die Datumsscheibe ist bei beiden gut, zwar ist die Noob in meinen Augen etwas zu dick geraten, während ARF sie etwas zu dünn bedruckt hat, jedoch sind bei beiden alle Zahlen gut zentriert und gleichmäßig.

Die Leuchtmasse ist bei beiden gut appliziert und bietet eine ordentliche Leuchtkraft mit der richtigen Farbe.

Uhrwerk

In der ARF ist das altbekannte A2824 verbaut, wahrscheinlich das gängigste und verlässlichste Asia-Werk. Dem gegenüber steht die Noob mit dem SA3135, das bisher auf der unverlässlichkeits-Skala ganz weit oben stand. Angeblich hat der Uhrwerk-Hersteller das Werk leicht verbessert. Ich kann dies weder bestätigen, noch dementieren. Ich bin dem Werk gegenüber vorerst skeptisch. Natürlich gibt es eine Noob mit A2836 – jedoch sehe ich bei dieser weniger Vorteile, als bei der SA3135.

Sollte bei der SA3135 ein Problem auftreten, empfiehlt es sich, direkt ein SH3135 verbauen zu lassen, was natürlich eine höhere Initialinvestition voraussetzt, sich aber langfristig ausbezahlt macht.

Fazit

Stärken Noob SA3135:

  • gute Kronenposition
  • gutes Zifferblatt
  • gute Gehäuseform
  • gute Gravuren

Nachteile Noob SA3135:

  • eher unverlässliches Uhrwerk und damit hohe Folgekosten
  • in der Anschaffung etwas teurer
  • schlechtes Glas
  • schlechter Bandanstoß

Stärken ARF a2824:

  • gutes Glas mit black hole Effekt
  • gute Zeiger mit 3D Effekt
  • verlässliches Uhrwerk – viele Ersatzteile
  • herausragende Haptik des Armbandes und Schließe
  • gute solid end link Passform

Nachteile ARF a2824:

  • QC-Probleme – man muss echt aufpassen, dass man eine Uhr mit guter Lünette bekommt
  • eher mäßige Kronenposition

Mit beiden Uhren wird man glücklich. Jede hat ihre Vorteile, aber auch ihre Nachteile. Ich würde sagen, wenn man bereit ist, noch etwas Geld in die Uhr zu investieren, sollte man zur Noob greifen. Ein besseres Glas ist hier absolut empfehlenswert.

„Out of the box“ (also ohne weitere Modifikationen) ist für mich die ARF der Gewinner, sofern man bei der Qualitätskontrolle aufgepasst hat, da man bei ihr gelegentlich denkt „wow, die schaut echt gut aus!“. Die Noob ist keineswegs eine schlechte Uhr, jedoch sticht einem die Spiegelung in der Lupe immer wieder ins Auge.