Heute stelle ich euch mal meine Lieblingsuhr vor: die Seiko Alpinist mit der Referenz SARB017.
Da mittlerweile die Preise von High-End Replikas an der 500$ Marke kratzen, lohnt es sich einen Blick auf ausgewählte Gens zu riskieren.
Da es bereits genügend Reviews über die Geschichte Alpinist-Reihe oder die verbaute Technik gibt, kratze ich diese Themen nur oberflächlich an. Ich möchte euch einfach mitteilen, warum mir diese Uhr soviel Freude bereitet.

Seiko Alpinist
Seiko Alpinist
Seiko Alpinist
Seiko Alpinist

Die Äußerlichkeiten

Die Alpinist hat eine sehr angenehme Größe mit einem Durchmesser von 39mm und einer Gehäusedicke von gerade einmal 11,8mm.
Das Gehäuse ist aus Edelstahl gefertigt und ist teilweise poliert, teilweise satiniert. Bei der näheren Betrachtung fällt auf,
dass sich Seiko dabei sehr viel Mühe gegeben hat, da die Übergänge nicht eine scharfe Gehäusekante bilden.
Die Hörner krümmen sich leicht nach unten, in Verbindung mit dem flachen Gehäuseboden trägt diese Uhr sich sehr flach und angenehm am Handgelenk. Schön finde ich auch, dass die verschraubte Krone mit einem “S” signiert ist. Neben der Krone befindet sich der Drehmechanismus für den Kompass. Geliefert wird die Alpinist in der Regel an einem braunen Lederband mit Kroko-Prägung. Dieses ist ziemlich hart und trägt sich nicht wirklich angenehm und nimmt einem etwas die Freude an der Uhr. Ich empfehle daher, das Band alsbald auszutauschen. Aber mehr dazu am Ende.

Das Zifferblatt

Das Zifferblatt ist, in meinen Augen, der Wahnsinn und verbindet Sportlichkeit und Verspieltheit mit klassischem Design. Die smaragdgrüne Grundfarbe passt hervorragend zu den goldenen Indizes und Zeigern. Unter direktem Sonnenlicht erscheint es so, als hätte das Zifferblatt eine Art 3D-Struktur, die wirklich schwer in Worte zu fassen ist. Zudem kommt noch der Sonnenschliff hinzu, der diesen Effekt noch einmal verstärkt und das Grün fast schon glitzern lässt. Durch die applizierten Indizes, wo jeder zweite eine Zahl abbildet, bleibt die Übersichtlichkeit hervorragend gewahrt. Das Datumsfenster ist von einem Goldring umrandet und einer Datumsscheibe mit Negativschrift (weiß auf schwarz). Hinter den Indizes ist immer ein kleiner Leuchtmassen-Punkt aufgesetzt. Klein aber Oho! Seiko hat seine eigene Leuchtmasse, die heller leuchtet als Super-Luminova, aber gibt diese immense Helligkeit schnell wieder ab. Es reicht jedoch für den alltäglichen Gebrauch und leuchtet die ganze Nacht durch.

Seiko Alpinist
Seiko Alpinist
Seiko Alpinist
Seiko Alpinist

Das Uhrwerk

Im Herzen schlägt das 6R15 munter vor sich hin. Dieses Automatikwerk hat 23 Lagersteine, schlägt mit 21.600 bph und weist eine eindrucksvolle Gangreserve von rund 52 Stunden auf. Dieses Werk wird in viele Seikos im mittleren Preissegment verbaut, von der SARB Linie, bis hin zur höherwertigeren Presage. Viele bezeichnen dieses Werk als “kugelsicher”, da es sehr robust und simpel ist. Selbst wenn etwas kaputt gehen sollte, ist eine Reparatur nicht teuer. Es bietet einen Sekundenstopp und Handaufzug. Obwohl es sehr robust ist, ist es nicht das allzu genaueste. +-20 Sekunden können “out of the box” drin sein, aber es ließe sich auch regulieren. Ich hatte mit dem Werk bisher keinerlei Probleme und meine läuft bei +9 Sekunden/Tag. Für mich absolut in Ordnung.
Der Schriftzug “Diashock” auf dem Zifferblatt verweist auf die verbaute Diashock-Technologie. Da ich keinen langweilen möchte sei nur soviel gesagt: es handelt sich dabei um eine Federung der Unruh-Welle, damit das Werk weniger Störanfälligkeit gegen Stöße ist.

Das Gesamtpaket

Die Alpinist hat ein Saphirglas, ein robustes, erschütterungsresistentes Uhrwerk, 200 (theoretische) Meter Wasserdichtigkeit und ein originelles Design. Sie passt ebenso gut zu einem Hemd wie zu einer Badehose und ist aus diesem Grund für mich die perfekte Urlaubs- und/oder Alltagsuhr. Ich empfehle die Alpinist an einem Edelstahlband, entweder von Watchgecko (da kommt mein Jubilee her), oder von Strapcode (machen spezifisch für dieses Modell Ersatzbänder). Aber an einem Lederband schaut sie auch echt gut aus, schränkt dann aber den Einsatzbereich etwas ein. Da sie nicht mehr produziert wird und von Sammlern begehrt, steigen die Preise langsam an. Wenn man sie für unter 400,- € noch bekommen kann, sollte man zuschlagen.

Kritikpunkte – was besser sein könnte

Natürlich habe ich auch etwas auszusetzen. Meine Liste an Kritikpunkten ist aber überschaubar.
Zum einen finde ich die Kompassfunktion zwar sehr nett, aber der Drehring lässt sich jedoch so leicht drehen, dass er sich permanent beim Tragen verstellt. Für Jemanden, der an der Uhr gerne alles 100%ig ausgerichtet hat (wie mich) schon schwer auszuhalten 😉
Zusätzlich finde ich die Leuchtmasse am Außenring des Zifferblattes etwas ungünstig gewählt. Es ist überall gleich, bei Dunkelheit lässt sich also auf einen Blick hin nicht genau sagen, wie denn die Uhr gerade ausgerichtet ist und welche Zeit sie anzeigt. Ist aber echt Meckern auf hohem Niveau, da man die Uhr ja eigentlich am Handgelenk trägt und somit weiß, wo oben und unten ist.