Die ARF Daytona – die erste Replica mit bestätigtem 904L Stahl – meine Erfahrungen

Wahrscheinlich hat kaum eine Daytona Replica die Community so zur Diskussion gebracht, wie dieses gute Stück. Als sie mitte September 2017 rauskam, waren viele überrascht. Die Gründe führe ich euch gerne aus:

Wieder deklariert ein Maker das Material einer Rolex Replica als 904? Das wurde in der Vergangenheit schon gemacht, nur war der Stahl bisher kein 904, es wurde einfach ein wenig geflunkert. Dieses Mal konnte der Stahl jedoch zur Überraschung und Begeisterung vieler als echter 904 bestätigt werden! Auch wenn er von der endgültigen Qualität nicht an den von Rolex rankommt, stimmt die chemische Komposition.

Der zweite Punkt, der die Community gespalten hatte, war das Werk das im Inneren seine Arbeit verrichtet. Es handelt sich hierbei um das bekannte A7750, jedoch hat der Maker die Ebenen im Werk zur Datumsanzeige, sowie die Stunden- und Minutenfunktion des Chronographen entfernt. Hierdurch erlangen wir eine nahezu identische Dicke der Uhr zur Gen.
Die Gen ist 12,4mm dick, ich habe mein Exemplar der ARF bei 12,7mm gemessen.
Das notorische Problem der “Sec @ 6”, also der laufenden Sekunde auf 6 Uhr, wurde vom Maker ebenfalls behoben. Die laufende Sekunde wird nicht mehr von 9 Uhr umgelenkt, sondern befindet sich von Haus aus auf 6 Uhr. Somit hat man den größten “Killer” der A7750er abgeschafft! Sehr gut, ARF! Was ich jedoch schade finde ist, dass eine doch recht überflüssige Dekoplatte aufgesetzt wurde. Sie macht das Werk nur dicker und ein Kenner sieht ohnehin sofort, dass es eine Dekoplatte ist. Hätten sie die weggelassen, hätte die Daytona ab Werk die Dicke der Gen haben können…

Nun zu meinen Eindrücken der Uhr: Sie ist wirklich ein Schmuckstück und so nah am Original wie keine zuvor. Geliefert wird sie in einer Rolex Servicebox (So werden die Gens auch zwischen Konzi und Werk transportiert). Das macht allein schon einiges mehr her, als die Uhr aus einer Plastiktüte zu fischen. Ich hatte nicht mit viel gerechnet und war deshalb umso mehr überrascht als ich sie in den Händen hielt.
Die Verarbeitung, das Finish und die Passform habe ich in dieser Qualität noch bei keiner Replica “out of the Box” gesehen. Der Stahl hat eine angenehme Wärme an sich, ob dies der 904 Stahl oder einfach das herausragende Brushing ist, kann ich nicht beurteilen. Das Armband ist sehr massiv, da klappert und quietscht nichts. Die Schließe ist klasse und schließt mit einem bestätigendem, massivem “klick”.

Wo jedoch die Qualität wirklich ihre Qualitäten ausspielt, ist das Zifferblatt und die Zeiger. Das Zifferblatt ist spitzenklasse. Die Subdials liegen etwas vertieft und haben ein tolles individuelles Brushing. Dadurch ergibt sich beim richtigen Lichteinfall ein toller 3D Effekt. Die Beschriftung ist sehr sauber und korrekt. Die Zeiger und Indizes sind ebenfalls hervorragend verarbeitet, weisen keine unsauberen Kanten auf und haben ebenfalls bei Tageslicht einen herrlichen 3D Effekt. Die Keramiklünette hat ein super platinum painting, es ist kein Paintmod notwendig.

Zur Funktion: Die Uhrzeit lässt sich genau einstellen, es gibt kein Spiel in der Krone. Auch der Handaufzug der bei früheren 7750er Werken häufiger Probleme gemacht hat, ist butterweich. Die Chronographenfunktion beschränkt sich auf den Chronographenzeiger der seine 60 Sekunden laufen kann. Die Subdials auf 9 und 3 sind fix und laufen nicht mit. Jedoch lässt sich der Chronograph gut starten und auch wieder resetten.

Flaws: Es gibt bei der Uhr nur einen wirklich offensichtlichen optischen “Flaw”. Auf der Lünette ist die 120 zu weit rechts. Bei der Gen sitzt diese direkt mittig auf der 6 Uhr Position. Ansonsten ist sie optisch wirklich sehr sehr nah am Original.

Modifikationsmöglichkeiten um sie noch näher ans Original zu bringen:
Man kann die Dekoplatte im Werk leicht entfernen und einen echten 7750 Rotor verbauen. Damit würde man auch das doch recht laute Rotorgeräusch minimieren. Zudem kann man dann das Caseback von der JF A23j Daytona verbauen und erreicht dann die 12,4mm Dicke, die die Gen auch hat. Den optischen Flaw der mit der 120 auf der Lünette kann man durch einen Tausch der Lünette eliminieren. Beispielsweise von einer Noob mit dickem a7750, da war die Lünette bisher auch sehr gut. Die Innenkanten des Armbandes sind etwas scharfkantig. Es stört nicht, aber ein Abrunden ab Werk hätte auch nicht geschadet. Ich habe die Kante mit sehr feinem Schmirgelpapier etwas geglättet.

Fazit:
Man kauft sich für 460 Dollar einen Meilenstein im Replica Geschäft. Ein robust gebautes dünnes A7750, bestätigter 904 Stahl und eine Verarbeitung, die wahrlich neue Maßstäbe setzt.
Ich habe den Kauf nicht bereut.