Immer wieder kommt die Frage: Ist die Uhr wasserdicht? Wurde sie abgedrückt? Bis wieviel Bar ist sie Wasserdicht? Aber was bedeutet das eigentlich und gibt es Normen dafür? Das möchte ich jetzt hier mal grundlegend klären.

Immer wieder hört man unterschiedliche Angaben bei den Uhren zur Wasserdichtigkeit, 3 bar, 5 bar, 10 bar, oder auch Angaben in ATM (Athmosphären) und auch Meterangaben. Aber was wird damit wirklich angegeben?

Viele sind ja der Meinung die Meterangabe ist die Tauchtiefe ;-), das ist aber falsch! Auch die Meter Angabe ist nur eine andere Form der Druckangabe! Also 10 Bar (= 100m oder 10ATM) bedeutet nicht, dass die Uhr bis 100m Tauchtiefe dicht ist. Sie ist nur zum schwimmen und schnorcheln geeignet, aber noch lange nicht zum Tauchen.

Grundlegend gibt es 2 Normen in diesem Bereich.

Die DIN 8310 definiert die Wasserdichtheit von Kleinuhren. Um dieser Norm genüge zu tun, muss die Uhr resistent gegen Schweiß und Regen sein. Dazu muss sie 30 Minuten im Wasser liegen, bei einer Tiefe von 1 Meter. Schafft die Uhr das, gilt sie als Wasserdicht. Aber dann reicht es im täglichen Gebrauch zum Hände waschen, aber noch nicht zum Duschen, Schwimmen oder Tauchen.

Die zweite Norm ist die DIN 8306. Diese bestimmt die Anforderungen an eine professionelle Taucheruhr. Die internationale Norm ist die ISO 6425 und ist fast gleichlautend wie unsere DIN. Folgende Anforderungen werden gestellt:

  • Die Uhr muss zwei Stunden in einer Wassertiefe verbleiben, die der vom Hersteller gemachten Druckangabe entspricht. Anschließend erfolgt ein dreistündiger Aufenthalt in drei Metern Tiefe.
  • Die Taucheruhr muss 24 Stunden ohne sichtbare Spuren in warmem Salzwasser überstehen und währenddessen 20 Minuten in der maximalen Wassertiefe verbringen.
  • Die Uhr muss eine Einrichtung zur Vorwahl einer Zeitspanne haben, normalerweise die Lünette. Die vorgewählte Zeitspanne und der Sekundenzeiger müssen auch im Dunkeln erkennbar sein.
  • Vor und nach jedem Drucktest erfolgt ein Kondenswassertest, um die Dichtheit des Gehäuses festzustellen. Die Uhr wird dazu auf 40 Grad Celsius erwärmt, anschließend kommt ein Wassertropfen auf das Glas. Nach dem Trockenwischen darf sich auf der Innenseite kein Kondenswasser bilden

 

Jetzt mal eine Auflistung der gängigen bar-Angaben mit dem was sie dann wirklich können:

  3 bar – hierbei ist die Uhr nur spritzwassergeschützt! Also Hände waschen klappt, der Rest nicht.
  5 bar – jetzt kannst du schon duschen und baden!
10 bar – das reicht zum schwimmen, Wassersport betreiben, schnorcheln und Ski fahren.

ab 20 bar – nun sind die Uhren auch zum Gerätetauchen geeignet.
mehr als 100 bar – jetzt sind die Uhren auch zum Tiefseetauchen geeignet.

Aber was auch ganz wichtig ist, einmal geprüft heißt nicht für die Ewigkeit! Die Uhr sollte regelmäßig auf Dichtigkeit getestet werden. Die Dichtungen können altern und porös werden und dies durch die unterschiedlichsten Einflüsse wie Schweiß, Salzwasser usw. Wenn Ihr also im Salzwasser schwimmen wart, dann spült die Uhr auf jeden Fall nachher mit Süßwasser ab! Außerdem kann sich bei extremen Temperaturunterschieden (richtig viel Sonne und heiß und ihr springt dann schön ins eiskalte Nass) Kondenswasser in der Uhr bilden und sich am Glas niederschlagen. Grundlegend solltet Ihr den Dichtigkeitstest jedes Jahr machen lassen, dann seit Ihr auf Nummer sicher. Dazu sollte man diesen Test auch wiederholen lassen, wenn die Uhr irgendwo fest angeschlagen, oder gefallen ist. Und eines solltet Ihr auch nicht machen, gerade bei Chronos, keine Drücker betätigen im Wasser und auch nicht, wenn die Uhr nass ist! Ebenso niemals Krone ziehen oder aufschrauben. Hierbei kann Wasser in die Uhr gelangen!

Die häufigsten Gründe der Undichtigkeit

Die Hauptgründe für die Wasserundichtigkeit kann man in 3 Gruppen unterteilen.

  • Undichtigkeit auf Grund der schlechten (unrunden und unflachen) Bearbeitung bei der Herstellung des Gehäuses, und anderen Komponenten.
  • Undichtigkeit auf Grund der Deformation der Gehäuseteile und der Dichtungen beim Überdrucktest. Diese Undichtigkeiten treten nur beim Überdrucktest auf.
  • Undichtigkeit auf Grund einer ungenauen Montage und des zu kleinen Anpressdruckes von Komponenten (Sitz der Glas und Bodendichtung, Batteriefach). Speziell diese Fälle von Undichtigkeiten können nur mit kleinem Prüfdrücken, aber viel besser mit Unterdruck festgestellt werden.