Da es in letzter Zeit keinen Vergleich/Bericht der MKF IWC Portofino gegeben hat, dachte ich, ich sollte das Thema mal aufgreifen. Ich werde eine echte Portofino Automatik (Referenznummer IW356504) Rosegold mit der aktuellen MK-Factory “V5” Portofino vergleichen, mit Miyota9015.

Wie bei so ziemlich allen Reps mit Lederband, ist auch bei der MK Portofino das Lederband nicht besonders gut. Ich tauschte es daher sofort mit einem echten Eidechslederband, das ich herumliegen hatte, das zufälligerweise auch an die IWC Dornschließe passte. Die Gen kommt an einem echten Kroko-Lederband daher, hergestellt von Santoni.

Bitte beachten: während meines Vergleichs werde ich mich nur auf die offensichtlichen Unterschiede konzentrieren. Es mag ein paar kleine Unterschiede geben, die ich nicht abgedeckt/ erwähnt habe, weil ich Sie höchstwahrscheinlich gar nicht bemerkt habe. Aber bitte teil mir in den Kommentaren mit, wenn du etwas in den Bildern bemerkst. Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten der Uhr:

Das Zifferblatt, die Zeiger und das Glas

Für meine ungeübten Augen (ich bin zwar pingelig, jedoch fallen mir Unterschiede häufig erst im Nachhinein auf), sind die Zifferblätter zu 98% gleich. Alle Schriften und Abstände scheinen identisch zu sein, auch die aufgesetzten Indizes sind korrekt. Die Spiegelung und wie Sie mit dem Licht spielen ist identisch zur Gen. Ich habe jedoch 2 Kleinigkeiten bemerkt. Die winzigen Minutenstriche, die aufgedruckt wird, scheinen bei der Rep etwas dünner zu sein. Vielleicht täuschen mich meine Augen nur, aber wenn man es eine Weile anstarrt, sieht man es irgendwie. Die zweite Sache, die nur in Nahaufnahmen (und nicht auf Handgelenks Distanz) offensichtlich ist, ist, dass das Datumsfenster bei der Gen feiner verarbeitet wirkt.

Ich gebe dem Zifferblatt 9/10

Die Zeiger sind viel besser geworden. Früher waren sie flach, 2D, nun bilden sie den 3D-Effekt der Gen-Hände ziemlich gut nach, die Lichtspiegelung der rep-Hände sind sehr gut und kommt der Gen sehr nahe. Allerdings ist die Form leicht unterschiedlich. Die Spitze der Minuten-und Stunden Zeiger auf dem Rep sollte dünner sein!

Ich gebe den Zeigern 8, 5/10

Das Datewheel ist in meinen Augen das offensichtlichste Manko. Die Größe des Drucks ist gut, aber die Schriftart ist viel zu dick! Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass der Druck sehr konsistent ist, alles ist sehr gut zentriert und es gibt keine Ausreißer.

Ich gebe dem Datewheel 8/10

Der Glas hat eine AntiReflex-Beschichtung, ich schätze auf beiden Seiten. Es hat einen blauen Schimmer, der absolut identisch ist mit dem der Gen. Die Gen ist in der Hinsicht nicht besser. Das Glas hat die gleiche leichte Wölbung wie die gen.

Ich gebe dem Glas 10/10

Nun zum Gehäuse

Der Gehäuse ist in Form und Größe identisch. Jetzt aber ein großes Aber:
Auch wenn beide Uhren “rosegold” sein sollten, ist die Rep eher Pink-Gold. Der Goldton der Rep hat einen deutlicheren Rotstich. Das merkt man am Handgelenk nicht wirklich und ich habe es erst bemerkt, als beide Uhren nebeneinander lagen. Natürlich weicht das Gewicht ab, um wie viel, kann ich nicht sagen kann, weil ich leider keine Küchenwaage habe. Da dies bei einer mit Gold beschichteten Stahl Replika zu erwarten ist, wäre es unfair, dafür zuviele Punkte abzuziehen.

Deshalb gebe ich dem Gehäuse 7/10

Der Rückdeckel

Der Rückdeckel erhält eine individuelle Bewertung, da ich die schöne Gravur für die die Hauptattraktion der Uhr oder “Party-Trick”, wenn man so will, halte. Die Größe, der Abstand und die Schriftart der Gravuren sind alle korrekt. Die Tiefe der Gravuren ist jedoch nicht korrekt. Alles ist bei der Gen etwas tiefer. Es fällt schnell auf, wenn man mit dem Finger darüber fährt oder viel Licht auf die Gravuren trifft. Ich werde keine Punkte für den Farbunterschied abziehen, da das mit dem Gehäuse abgedeckt war.

Ich gebe dem Rückdeckel 8/10

Das Uhrwerk

Das Uhrwerk in der Gen wird IWC-Kaliber 35111 genannt, es handelt sich im Grunde um ein Sellita SW300-1, was wiederum ein Nachbau des ETA2892 ist, bietet 42 Stunden Gangreserve und 25 Lagersteine. In der MKF haben wir die Miyota 9015, mit 42 Stunden Gangreserve und 24 Lagersteinen. Ich weiß, es gibt eine Menge Leute, die gemischte Gefühle über das 9015 haben, ich bin einer von Ihnen. Es ist ein ziemlich zuverlässiges Uhrwerk und ist einfach/kostengünstig zu reparieren/zu tauschen (ein neues Werk kostet um die 70 Euro auf eBay), wenn Probleme auftreten, aber es gibt zwei Dinge, die ich wirklich nicht mag:

  1. der laute Rotor, da sich der der Automatikaufzug nur in eine Richtung aufzieht und der Rotor sich frei in der anderen drehen kann, klingt es wie als würden man eine mit Nägeln gefüllte Dose schütteln. Es gibt eine einfache Lösung, mit der man den Rotor fast leise machen kann: einen winzigen Tropfen Öl (ich benutzte Moebius D5) in das Rotorlager geben. Man muss sehr vorsichtig sein, nicht zu viel zu benutzen. Wenn man denkt, es sei zu viel, ist es höchstwahrscheinlich bereits
  2. die langsame Datumsänderung, die bei 22:30 (grob) beginnt und bis etwa Mitternacht Es sieht einfach wirklich billig aus, wenn man nur die Hälfte des Datums über den Zeitraum einer Stunde sehen kann. Ich weiß nicht, ob einige Teile im Werk gewechselt werden können, um das Datum direkt um Mitternacht umspringen zu lassen, wie es die A2892 (die früher in den MKF Portofino verwendet wurden) machten.

Ich weiß wirklich nicht, warum sie von einem A2892 auf ein Miyota 9015 umgestiegen sind. Wahrscheinlich, um die Kosten zu senken. Den Datewheel-Fehler hätte man extrem einfach lösen können, indem man ein Gen-datewheel verbaut. Bei Miyota passt dies natürlich nicht direkt und man müsse es als overlay verbauen, was schwieriger ist.

Das Uhrwerk erhält 7/10

Lederband und Schließe

Ich habe nicht erwartet, dass das Lederband gut ist. Ich werde dies daher nicht zu hart bewerten. Es ist nur ein typisches Kalbslederband mit Kroko-Druck darauf. Eigentlich nichts besonderes.

Wenn man die Gen Santoni-Lederbänder kennt, wird man die Rep sofort erkennen. Ich empfehle daher, das Armband direkt gegen ein qualitativ hochwertigeres Band zu tauschen.

Die Dornschließe zähle ich in diesem Review zum Band. Die Form ist genau richtig, die Gravur auf der Vorderseite ist gut. Doch auf der Innen-/Rückseite der Schnalle ist die Gravur komplett falsch. Bei der Gen steht Au750 usw., während bei der Rep Inox Steel steht, was völlig falsch ist. Der einzige Grund, wie das hat passieren können, ist, dass einfach die Schließe des Edelstahlmodells herangezogen und beschichtet wurde. Hier hätte ich doch etwas mehr erwartet.

Band und Schließe erhalten daher nur 6,5/10

Die Punktzahl, alle aus 10:

  • Zifferblatt: 9
  • Zeiger: 8,5
  • Datewheel: 8
  • Glas: 10
  • Gehäuse: 7
  • Rückdeckel: 8
  • Uhrwerk: 7
  • Band und Schließe: 6,5

Gesamt: 64/80

Zu guter Letzt, um es zusammenzufassen, wie fühlt die Uhr sich am Handgelenk an?

Sie trägt sich fast identisch wie die Gen. Den Gewichtsunterschied spürt man nur im direkten Vergleich. Auf Handgelenks-Distanz erkennt man keinerlei Unterschied zur Gen. Nachdem man ein gutes Lederband verbaut hat, trägt sie sich sehr bequem und rutscht mit Leichtigkeit unter die Hemdmanschette. Es ist die perfekte Dresswatch für denjenigen, der etwas will, das man nicht jeden Tag sieht. Ich habe die Gen noch nie „in freier Wildbahn“ gesehen.

Die Gesamtpunktzahl beträgt 64/80. Wenn wir das Preis-Leistungs-Verhältnis mit in die Gleichung nehmen würden, würden wir wahrscheinlich eine viel bessere Punktzahl bekommen. Es ist eine fantastische Uhr für das Geld und kostet nur rund 2% der Gen.